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Sterbegeldversicherung: sinnvoll oder überflüssig?
Dass Bestattungen immer teurer werden und viele Angehörige daher nur noch eine ganz einfache Bestattung organisieren können, haben auch die Bestatter- sowie Versicherungsbranche bemerkt und Lösungen für dieses Problem entwickelt.
Unumstritten sind die Policen jedoch nicht. Verbraucherschützer bemängeln die geringe Rendite der Policen. Viele Sparer, so der Einwand, würden besser fahren, wenn sie in jungen Jahren selbst Geld gut verzinst beiseitelegen würden. Wer das nicht tut, dem bleibt oft nicht mehr genug Zeit, um ein ausreichendes Finanzpolster zu schaffen und eine größere Summe kann nur noch über eine Sterbegeldversicherung angespart werden.
Der Versicherte sollte dabei aber gut nachrechnen. Denn wer mit dem Rentenbeginn im 65. Lebensjahr einen Vertrag abschließt und für eine Standard-Versicherungssumme von 10.000 Euro 90 Euro monatlich zahlt, hat die 10.000 Euro bereits nach neun Jahren selbst eingezahlt - läuft der Vertrag noch ein paar Jahre weiter, bevor das Geld für die Beerdigung ausgezahlt wird, macht der Sparer ein extrem schlechtes Geschäft, auch wenn es zusätzlich zu den 10.000 Euro dann noch einen Bonus geben dürfte.
Eine Sterbegeldversicherung ist also weniger eine sinnvolle Kapitalanlage, sondern vor allem die Möglichkeit, bei einem schmalen Vermögen eine würdevolle Beerdigung sicherzustellen. Wenn unter dieser Prämisse eine solche Police gewünscht wird, sollte auf den Vertragsumfang geachtet werden. Die Bindung an einen bestimmten Bestatter ist nur dann nötig, wenn man selbst bereits vor dem Tod die eigene Beerdigung umfassend regeln möchte. Ganz wichtig ist dann jedoch, einem nahen Bekannten oder Freund auch mitzuteilen, dass ein solcher Vertrag abgeschlossen wurde. Ansonsten drohen Abschläge, wenn von ahnungslosen Angehörigen ein anderer Bestatter gewählt wird.
Wichtig ist auch zu wissen, dass man oft bestimmte Wartezeiten einhalten muss, bevor es den vollen Schutz gibt. Die liegen je nach Versicherer zwischen 12 und 36 Monaten - erst nach Ablauf dieser Kulanzfrist bekommen Versicherte beziehungsweise deren Erben oder der Bestatter den vollen Betrag ausgezahlt, der in der Police festgeschrieben war. Sinnvoll ist es deshalb, einen Anbieter zu wählen, der möglichst kurze Wartezeiten im Vertrag vorschreibt.
Quelle: www.aspect-online.de

