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Wiese Bestattungen, Hannover

Der Kaiser von Atlantis oder die Tod-Verweigerung

Hier veröffentlicht am Mittwoch, dem 02.09.09

Spiel in einem Akt (1943) von Viktor Ullmann, ab 16 Jahren
Premiere am 17. Januar 2010, Ballhof eins

Lange hat Kaiser Overall von Atlantis sich vor der Welt verkrochen, jetzt kehren seine Lebensgeister zurück und münden in einen schrecklichen Plan: Der »große, segensreiche Krieg aller gegen alle« ist es, den Overall verkünden lässt. Glorreicher Anführer dieses monströsen Feldzugs soll der Tod persönlich sein – doch der Tod weigert sich, mit Overall zu kollaborieren und verweigert die Arbeit. 1942 wurde der tschechische Komponist Viktor Ullmann, Schüler von Arnold Schönberg und Assistent von Alexander Zemlinsky, ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, wo er über zwanzig Opern für die von der SS ins Leben gerufenen »kulturellen Vorzeigeprojekte« schrieb. Darunter auch Der Kaiser von Atlantis, ein Werk, das 1943 zu einem Libretto des ebenfalls inhaftierten Peter Kien entstand, jedoch nach der Generalprobe verboten wurde. Zu eindeutig waren die Parallelen zwischen dem größenwahnsinnigen Kriegstreiber Overall und der menschenverachtenden Politik Adolf Hitlers. Mit Der Kaiser von Atlantis ist ein Zeitdokument überliefert, das die Greueltaten der Nationalsozialisten auf so scharfe und zugleich unpathetische Weise karikiert, dass es bis heute ins Mark trifft.

Inszenierung: Stefan Otteni
Dramaturgie: Dorothea Hartmann

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