Ende des Friedhofszwangs für Urnen nach Ablauf der Ruhezeit

Nach 20 Jahren läuft auf den meisten Friedhöfen Hannovers die sogenannte Ruhezeit von Gräbern ab. Je nach Art des Grabes haben die Angehörigen dann die Möglichkeit das Grab zu verlängern (Wahlgräber). Bei anderen Grabarten wird mit Auslaufen der Ruhezeit die gesamte Friedhofs-Abteilung eingeebnet (bspw. Reihengrab).

Die Ruhezeit wurde eingeführt, um sicherzustellen, dass die Überreste des Verstorbenen sowie der Sarg bis zu einer Neubelegung des Grabes tatsächlich vergangen sind. Der Grundsatz der Ruhezeit wurde auch für Urnenbeisetzungen übernommen. Je nach Beschaffenheit ist die Schmuckurne, die die Asche des Verstorbenen schützt, nach 20 Jahren noch intakt.

Können Angehörige sich nun die Urne ihrer Verstorbenen nach Ablauf der Ruhezeit vom Friedhof aushändigen lassen? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten, denn in allen Bundesländern außer Bremen gilt nach wie vor der Friedhofszwang. Nach diesem müssen Verstorbene auf einem Friedhof beigesetzt werden. Sie dürfen auch nicht als Asche in einer Urne mit nach Hause genommen werden.

Laut der Verbraucherinitiative Aeternitas greift der Friedhofszwang nach Ablauf der Ruhezeit nicht mehr. In der Regel müsse ein Angehöriger nach Ablauf der Ruhezeit das Recht auf Herausgabe der Urne haben. Der Inhaber des Totenfürsorgerechts, das in der Regel einem Angehörigen obliegt, darf dann frei über den Verbleib der Totenasche entscheiden. Dies ist möglich, da die Aschenkapsel, als auch eine verwendete Schmuckurne, Eigentum des Angehörigen ist. Da es in der Praxis kaum möglich sein wird, die Behältnisse getrennt von der Totenasche zu betrachten, müssen diese mit der Totenasche an den Angehörigen ausgehändigt werden, so Aeternitas.

 

Weitere Informationen unter den Seiten von Aeternitas.