Friedhöfe: Orte der Ruhe – auch für die Lebenden

Die insgesamt neunzehn hannoverschen Stadtfriedhöfe sind nicht nur Orte für Bestattungen, Grabpflege und würdiges Gedenken, sondern bilden aufgrund ihrer parkartigen Anlage auch mitten in der Großstadt Oasen der Ruhe und Besinnung für die Lebenden. Hier möchten wir Ihnen einige der Friedhöfe Hannovers etwas näher vorstellen.

Stadtfriedhof Engesohde

Für viele gehört der 1864 eröffnete Stadtfriedhof Engesohde zu den schönsten Begräbnisstätten Hannovers. Auf rund 22 Hektar befinden sich mehr als 18 000 Grabstellen; viele bedeutende Persönlichkeiten der Stadtgeschichte – vom Königlichen Oberhofbaudirektor Georg Ludwig Friedrich Laves bis Adolf Tellkampf, Gründer nach ihm benannten Schule – sind hier bestattet. Auch Flugpionier Karl Jatho, der erste Motorflieger der Welt, fand hier seine letzte Ruhestätte. Sein auf dem Grabstein angebrachtes Familienwappen ist wahrscheinlich das einzige, auf dem ein Flugzeug zu sehen ist. Auf einem Rundgang über den Engesohder Friedhof gibt es viel zu entdecken. Besonders eindrucksvoll sind die zahlreichen Mausoleen und die großen, plastisch gestalteten Grabdenkmäler.

Stadtfriedhof Stöcken

Auch der Stöckener Friedhof gehört zu den historischen Friedhöfen Hannovers; die erste Beisetzung dort fand im Jahr 1891 statt. Ein Jahr später wurde der imposante Eingangsbereich im neugotischen Stil fertiggestellt. Anziehungsmagnet für viele Besucher ist aber der künstlich angelegte Teich im Westteil, der von hohen Bäumen und herrlichen Rhododendronpflanzungen umgeben ist und zum Spazierengehen einlädt. An der Ostseite des Teichs wurde eine romantische Urneninsel angelegt.

Stadtfriedhof Ricklingen

Das Bild des Ricklinger Friedhofs wird vor allem geprägt durch seine beeindruckenden Alleen: Am Haupteingang empfangen den Besucher mächtige Amerikanische Roteichen; die nordöstliche Querachse wartet mit rund geschnittenen Hainbuchen auf. Fast alle Alleepflanzungen stehen übrigens schon seit der Gründungszeit anfangs des 20. Jahrhunderts; die Allee mit den knorrig-markanten Weißdornstämmen entlang des Urnenhains wurde allerdings erst später angelegt. Das jüngste Ehrengrab auf dem Ricklinger Friedhof erinnert an den ehemaligen Oberbürgermeister Hannovers, August Holweg, der hier 1989 beigesetzt wurde.

Stadtfriedhof Lahe

Der 1968 angelegte und damit jüngste Friedhof Hannovers ist auch als Sonnenfriedhof bekannt: Die Bäume wirken hier kleiner als auf anderen Friedhöfen und man findet auch kaum schattige Nischen und Hecken. Auch wenn der Stadtfriedhof Lahe durch sein Gestaltungskonzept vielleicht weniger zum Flanieren und Spazierengehen einlädt als andere Friedhöfe der Stadt, lohnt sich ein Rundgang aber trotzdem. Gleich hinter den Eingangstoren zum Beispiel liegen an der Kapellenmauer links drei historische Grabmale – gut erhaltene Grabplatten aus dem 17. Jahrhundert die 1974 zufällig bei Bauarbeiten in Anderten entdeckt worden waren. Im Ostteil des Friedhofs liegt die Ehrengrabstätte der Malerin Margarethe Jürgens, einer bedeutenden Vertreterin der „Neuen Sachlichkeit“.  Auf dem anonymen Urnengräberfeld wurde 1991 der Schauspieler Günther Neutze beigesetzt, bekannt unter anderem als Kommissar in der TV-Serie „Dem Täter auf der Spur“.

Der Gartenfriedhof

Der Gartenfriedhof in der Südstadt gehört zu den aufgelassenen Friedhöfen in Hannover; hier werden also keine Bestattungen  mehr durchgeführt, und die Anlage gilt ganz offiziell als Denkmal. Mit seinem herrlichen Baumbestand wirkt der Gartenfriedhof wie eine grüne Parkoase mitten in der Innenstadt und lädt ein zum Spazierengehen oder bei schönem Wetter auch zur Mittagspause  unter freien Himmel. Doch es gibt auf den Gartenfriedhof auch etwas zum Gruseln, nämlich das sogenannte Menschenfressergrab für den 1794 verstorbenen Hofzimmermeister Heinrich Andreas Jakob Lutz. Was es nun tatsächlich mit diesem Grab auf sich hat, erfährt man zum Beispiel über die kostenlose WebApp wo-sie-ruhen.de, einem audio-virtuellen Rundgang über berühmte historische Friedhöfe.

Der Trauer einen Ort geben

Auch wenn Friedhöfe ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Grüns in der Großstadt sind, so besteht ihre wichtigste Aufgabe natürlich nach wie vor darin, Hinterbliebenen einen konkreten Ort für die Trauer um ihren lieben Verstorbenen zu geben. Doch nicht alle Bestattungsarten sind auf jedem der hannoverschen Friedhöfe möglich; auch können sich die Bestattungskosten von Friedhof zu Friedhof beträchtlich unterscheiden. Gerne beraten wir Sie, welche Grabart für Sie in Frage kommt und bieten Ihnen ersten, selbstverständlich kostenfreien Überblick.