Nach einem Trauerfall wieder zurück ins Leben finden

Wieder lernen, auch sich selbst etwas Gutes zu gönnen – das ist wichtig, um nach einem Trauerfall erneut Kraft schöpfen und am Leben Anteil nehmen zu können. Unsere Trauerbegleiterin Ramona Lersch gibt Rat und stellt Ihnen die ErlaubnisReisen vor.

Wieder am Leben Anteil nehmen

Oft höre ich von Teilnehmerinnen und Teilnehmern meiner Trauergruppen, dass sie sich schämen oder gar ein schlechtes Gewissen haben, wenn ihnen auffällt, dass sie das Lachen doch noch nicht ganz verlernt haben oder wenn sie Freude an etwas Schönem empfinden: „Wie kann ich nur fröhlich sein, wenn doch mein Ein und Alles nicht mehr bei mir ist?“ – Doch aus meiner Erfahrung weiß ich, dass gerade das Lachen und die Freude die wertvollsten Helfer dabei sein können, einen tiefen Verlust zu überwinden. Und niemand braucht sich dafür zu schämen, niemand braucht ein schlechtes Gewissen zu haben – im Gegenteil. Auch wieder fröhlich sein zu können, wieder Anteil am Leben nehmen zu können: Das sind ganz, ganz wichtige Schritte hin zur Heilung des erlittenen Schmerzes.

Lernen, für sich etwas Gutes zu tun

Spazierengehen im Park, einen Freund oder eine Freundin besuchen, ins Kino oder in Theater gehen, wieder Sport machen, sich ein neues Kleidungsstück kaufen, im Eiscafe dem Treiben in der Fußgängerzone zuschauen: Das alles sind Möglichkeiten, sich selbst etwas Gutes zu tun – und zugleich kleine Schritte, um die Trauer zu durchgehen und zu einer neuen Selbstständigkeit zu finden. Und dabei zu lernen, den Tod als Teil des Lebens erfahren und zu akzeptieren.

ErlaubnisReisen – das Leben bejahen

Auf dem Weg zur Bewältigung der eigenen Trauer ist es ein wichtiger Meilenstein, sich selbst ganz bewusst die Erlaubnis zu geben, auch wieder an sich zu denken, auch wieder gut zu sich selbst zu sein. Das ist wie ein Vertrag, den man mit sich selbst schließt, und an den man sich künftig halten will. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es vielen Menschen, die sich in einem Trauerprozess befinden, leichter fällt, diesen Vertrag einzuhalten, wenn er mit einem Ortswechsel verbunden ist.

Aus diesem Grund bietet das Haus Wiese seit einigen Jahren im Rahmen der Trauerbegleitung sogenannte ErlaubnisReisen an. Wer sich entschließt, an einer solchen ErlaubnisReise teilzunehmen, sagt damit auch zu sich selbst: „Ja – ich darf auch an mich denken. Ja – es ist richtig, wenn ich auch Genuss und Freude empfinde!“

Die gemeinsame ErlaubnisReise bildet in der Regel so etwas wie den Abschluss einer Trauergruppe. Sie dauert üblicherweise zwei bis drei Tage und findet an Wochenenden statt. Dabei berücksichtigen wir selbstverständlich individuelle Bedürfnisse. In der Trauergruppe wird gemeinsam festgelegt, zu welchem Zeitpunkt die Reise durchgeführt werden und wohin es gehen soll. Die Reiseziele liegen innerhalb der näheren Umgebung. Um das Rahmenprogramm und die gesamte Organisation kümmert sich das Haus Wiese. Der Reisepreis ist immer erschwinglich.