Selbstbestimmt vorsorgen – wichtiges Thema gerade für Alleinstehende

Selbstbestimmt vorsorgen – wichtiges Thema gerade für Alleinstehende

In Deutschland lebt in 41 Prozent aller Haushalte nur eine Person. Ob alleinstehend, verwitwet oder geschieden – Singles sind es gewohnt, ihr Leben eigenständig zu gestalten. Doch was passiert, wenn sie selbst nicht mehr da sind? Gerade für Menschen ohne Partner oder enge Familie ist rechtzeitige Vorsorge besonders wichtig.

Die rechtliche Lage

Viele wissen nicht: Laut Gesetz sind die nächsten Angehörigen verpflichtet, für die Bestattungskosten aufzukommen – unabhängig davon, wie eng der Kontakt war. Fehlt das Geld oder gibt es keine erreichbaren Angehörigen, übernimmt das Ordnungsamt die Bestattung. Diese sogenannte Sozialbestattung ist jedoch anonym und auf das Nötigste beschränkt. Das bedeutet: Die Behörde wählt das günstigste Bestattungsunternehmen und die einfachste Bestattungsform – ohne Trauerfeier, ohne Blumen, ohne persönlichen Abschied. Persönliche Wünsche finden keine Berücksichtigung.

Selbstbestimmt bis zum Schluss

Mit einer Bestattungsvorsorge bestimmen Sie selbst, wie Ihre Beisetzung gestaltet wird. Ein Bestattungsvorsorgevertrag legt Ihre Wünsche verbindlich fest: Welche Art der Bestattung möchten Sie? Soll es eine Trauerfeier geben? Welche Musik? Welcher Redner? Diese Entscheidungen können Sie in Ruhe treffen – ohne Zeitdruck und ohne emotionale Ausnahmesituation.

Der große Vorteil: Sie können sich Zeit nehmen, verschiedene Friedhöfe anzusehen, sich über Bestattungsformen zu informieren und genau zu überlegen, was Ihnen wichtig ist. Ob eine würdevolle Trauerfeier in kleinem Rahmen, eine Waldbestattung oder eine Seebestattung – all diese Wünsche lassen sich vertraglich festhalten.

Finanzielle Absicherung

Eine durchschnittliche Bestattung kostet zwischen 5.000 und 7.000 Euro, hinzu kommen Friedhofsgebühren und Grabpflege. Für Alleinstehende empfiehlt sich daher, neben dem Vorsorgevertrag auch die Finanzierung zu regeln. Eine Sterbegeldversicherung sichert die Kosten ab und gilt als Schonvermögen – selbst wenn Sie später einmal Sozialleistungen beziehen sollten, bleibt dieser Betrag geschützt.

Alternativ zur Sterbegeldversicherung können Sie auch ein Treuhandkonto nutzen. Dabei zahlen Sie einen Betrag ein, der zweckgebunden für Ihre Bestattung reserviert ist. Der Vorteil: Das Geld ist vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt und wird garantiert nur für Ihre Bestattung verwendet.

Erbstreitigkeiten vermeiden

Gerade wenn mehrere entfernte Verwandte erben, entstehen oft Konflikte: Wer zahlt die Bestattung? Wie aufwendig darf sie sein? Mit einer finanziell abgesicherten Vorsorge entlasten Sie nicht nur Ihre Angehörigen, sondern verhindern auch Streit in einer ohnehin schwierigen Zeit.

Ohne klare Regelung kann es zu langwierigen Diskussionen kommen. Entfernte Verwandte, die sich jahrelang nicht gemeldet haben, müssen plötzlich Entscheidungen treffen und Kosten tragen. Eine Vorsorge erspart allen Beteiligten diese belastende Situation.

Der richtige Zeitpunkt

Je früher Sie vorsorgen, desto besser. Das ideale Alter liegt zwischen 40 und 65 Jahren – dann sind die monatlichen Beiträge überschaubar und Sie haben alles rechtzeitig geregelt. Doch auch später ist Vorsorge noch möglich und sinnvoll.

Bei einer Sterbegeldversicherung gilt: Je jünger Sie beim Abschluss sind, desto niedriger sind die monatlichen Beiträge. Wer mit 45 Jahren abschließt, zahlt deutlich weniger als jemand, der erst mit 70 Jahren vorsorgt. Dennoch: Auch im höheren Alter lohnt sich eine Vorsorge, um selbstbestimmt zu bleiben.

Wichtige Dokumente hinterlegen

Damit Ihre Vorsorge im Ernstfall auch wirksam wird, sollten Sie wichtige Dokumente an einem gut auffindbaren Ort hinterlegen. Informieren Sie eine Vertrauensperson darüber, wo sich Ihr Bestattungsvorsorgevertrag befindet. Alternativ können Sie Ihre Vorsorge im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen.

Hinterlegen Sie neben dem Vorsorgevertrag auch Informationen zu Ihren Wünschen bezüglich Trauerfeier, Grabgestaltung und eventueller Spenden. So stellen Sie sicher, dass alles nach Ihren Vorstellungen abläuft.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ohne Vorsorge übernimmt im Zweifel das Ordnungsamt die Bestattung. Es wird die günstigste Variante gewählt – meist eine anonyme Feuerbestattung ohne Trauerfeier und ohne persönliche Gestaltung. Ihre individuellen Wünsche können dann nicht berücksichtigt werden.

Die Kosten hängen von Ihren Wünschen ab. Eine durchschnittliche Bestattung kostet 5.000 bis 7.000 Euro. Bei einer Sterbegeldversicherung zahlen Sie monatliche Beiträge, deren Höhe vom Eintrittsalter abhängt. Alternativ können Sie einen Einmalbetrag auf ein Treuhandkonto einzahlen.

Ja, eine angemessene Bestattungsvorsorge gilt als Schonvermögen und ist vor dem Zugriff des Sozialamts geschützt. Dies gilt sowohl für Sterbegeldversicherungen als auch für zweckgebundene Treuhandkonten. Als angemessen gelten in der Regel Beträge bis 10.000 Euro.

Ja, Sie können Ihre Wünsche jederzeit anpassen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Bestattungsunternehmen. Auch die finanzielle Vorsorge lässt sich in vielen Fällen anpassen, etwa durch Erhöhung oder Reduzierung der Versicherungssumme.

Eine Vorsorge ist sehr empfehlenswert. Als Alleinstehende/r haben Sie oft niemanden, der Ihre Wünsche kennt und umsetzen kann. Mit einer Vorsorge stellen Sie sicher, dass alles nach Ihren Vorstellungen geschieht – und entlasten gleichzeitig entfernte Angehörige von schwierigen Entscheidungen.