Selbstdatenschutz und Passwortmanagement

Zugangscodes sollen Smartphones, Tablets und Laptopcomputer vor unbefugtem Zugriff schützen. Ohne Passwort läuft auch beim E-Mail-Konto, bei Social-Media-Accounts, Kaufportalen und vielen anderen Online-Diensten gar nichts – aus gutem Grund.

Doch was ist, wenn zum Beispiel Angehörige plötzlich vor der traurigen Pflicht stehe, den digitalen Nachlass eines lieben Verstorbenen zu regeln? Wie sollen sie etwa Nutzerkonten auflösen oder Online-Abos kündigen können, wenn sie ohne die entsprechenden Zugangsdaten gar keinen Zugriff darauf haben?

Keine Frage also: Wer seinen eigenen digitalen Nachlass beizeiten regeln will, macht sich auch Gedanken um ein sinnvolles Passwortmanagement.

Passwörter sicher hinterlegen

Wer den Angehörigen nach seinem eigenen Tod keine mühselige Spurensuche nach Zugangsdaten und Passwörtern zumuten will, hinterlegt am besten ein entsprechende Verzeichnis an einem sicheren Ort. 

Es gibt auch die Möglichkeit, Clouddienste gegen eine Gebühr damit zu beauftragen, die eigenen Zugangsdaten online zu speichern und sie im Todesfall an die Erben weiterzuleiten. Da allerdings hierbei das Risiko von Datendiebstahl hoch ist, ist diese Option keineswegs empfehlenswert.

Masterpassworte für den Passwortsafe

Passwortsafes oder auch Passwortmanager sind spezielle Programme, mit denen sich beliebig viele Passwörter sicher speichern und verwalten lassen. Der Vorteil dieser Methode: Man braucht sich nicht mehr viele verschiedene Passwörter zu merken, sondern nur noch eines, das Masterpasswort für den Passwortmanager. Aber das sollte dann auch besonders sorgfältig ausgewählt sein – schließlich ist es der Schlüssel zu sämtlichen digitalen Geheimnissen. Ein vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfohlenes, kostenloses Passwort-Managementprogramm ist KeePass. Das Programm ist zwar englischsprachig, auf der Seite des Anbieters gibt es aber auch eine Anleitung in deutscher Sprache.

Tipps für ein starkes Passwort

Ein gutes Passwort

  • Ist mindestens 8 Zeichen lang (bei WLAN-Verschlüsselungsverfahren wie WPA2 sollte das Passwort mindestens 20 Zeichen lang sein.
  • Besteht aus einem Mix von Groß- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern und Sonderzeichen (?#*!+ etc.). Allerdings akzeptieren manche Verschlüsselungsverfahren nicht alle Sonderzeichen.
  • Ist in keinem Wörterbuch zu finden; die automatisierte Wörterbuchsuche ist eine der gängigsten Methoden zum Knacken von Passwörtern.
  • Ist keine Zeichenfolge, die auf der Tastatur vorkommt – wie zum Beispiel „QWERT“ oder „12345“.
  • Basiert nicht auf Geburtsdaten oder Namen von Lebenspartnern, Kindern, Eltern etc.
  • Ist keine Aneinanderreihung der gleichen Buchstaben oder Zeichen – wie zum Beispiel AaAaAaA oder ###***###.
  • Verwendet keine Zahlzeichen als Buchstaben; Passwörter wie be55er, 8chtung oder 1gel sind in Sekundenschnelle geknackt.

Auf der anderen Seite soll ein gutes Passwort nicht nur sicher sein; man muss es sich auch gut merken können. Eine bewährte Methode ist die folgende:

Sie denken sich einen Satz aus und benutzen bei jedem Wort zum Beispiel nur den ersten oder den letzten Buchstaben. Anschließend tauschen Sie einzelne Buchstaben gegen Sonderzeichen oder Ziffern aus.

Ein Beispiel: Unser Merksatz lautet 

Von allen Obstsorten sind Äpfel und Birnen mir die weitaus liebsten. → VaOsÄuBmdwl.

Der Buchstabe O sind aus wie die Ziffer 0; das l ähnelt der 1; aus dem Wort und wird das Sonderzeichen &: Va0sÄ&Bmdw1

Ein auf diese Weise erstelltes Passwort bietet ein recht hohes Maß an Sicherheit; um unser Beispiel zu knacken, würde ein handelsüblicher PC immerhin mehrere Jahrhunderte benötigen.

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